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Poliklinik Stand auf der Veddel

Community Health Survey „Veddel, wie geht’s?“

Das Projekt Community Health Survey „Veddel, wie geht’s?“ war eine umfassende quantitative Gesundheits- und Sozialdatenerhebung, die 2022 von der Poliklinik Veddel durchgeführt wurde und seit Anfang 2023 in Kooperation mit der HAW Hamburg ausgewertet wurde. Ziel des Projekts war es, ein wissenschaftlich fundiertes, kleinräumiges Bild der Lebens- und Gesundheitslagen auf der Veddel zu gewinnen. Der Survey war das erste von zwei Stadtteilforschungsprojekten, die gemeinsam den Ausgangspunkt für die Entwicklung des Community Health Labors Veddel bilden.

Hintergrund und Fragestellung

Das Projekt nahm das Wissen zu sozialen Determinanten von Gesundheit (SDoH) zum Ausgangspunkt. Also das Wissen darüber, dass soziale Lebensbedingungen, wie materielle Ressourcen, Wohnraum, Arbeitsverhältnisse, soziale Teilhabe oder Diskriminierungserfahrungen, Gesundheit entscheidend prägen.

In Deutschland beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen den wohlhabendsten und den am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen rund zehn Jahre. Allerdings fehlt in Deutschland bisher eine integrierte Sozial- und Gesundheitsberichterstattung, welche diese Zusammenhänge sowie Handlungsansätze kleinräumig und lokal erhebt. Genau hier setzte der Community Health Survey an: Er erhob erstmals systematisch quantitative Daten direkt mit und von den Bewohner*innen der Veddel.

Methodische Vorgehensweise

Die Datenerhebung wurde als partizipativer Survey konzipiert. Das bedeutet, dass eine Gruppe von Bewohner*innen als Stadtteilforscher*innen aktiv an der Entwicklung, Durchführung und Interpretation der Befragung beteiligt war. Der standardisierte Fragebogen wurde mit diesen gemeinsam entwickelt und spiegelt das wider, was im Alltag der Veddeler Bewohner*innen besonders relevant ist. Daraus ergaben sich die drei Themenschwerpunkte: Zugänge zum Gesundheits- und Sozialwesen, Wohnen und Diskriminierungserfahrungen sowie ein kleiner Block zur Situation von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil. Im November und Dezember 2022 wurde die Vollerhebung des Stadtteils durchgeführt und Peer-Interviewer*innen liefen jede Wohnung der Veddel zweimal an. Insgesamt nahmen mit 561 Haushalten ein Viertel aller Haushalte teil.

Workshop Wand mit Notizen

Ausblick

Die Resultate wurden in unterschiedlichen Formaten vorgestellt, hier besonders zentral in einer Stadtteilversammlung, bei der Bewohner*innen die Möglichkeit hatten, Rückfragen zu stellen, Befunde zu diskutieren und eigene Perspektiven einzubringen.

Als partizipativer Forschungsprozess stieß das Projekt wechselseitige Lernprozesse zwischen Bewohner*innen, Forschenden und Fachkräften an und eröffnete gesundheitsfördernde Austauschräume im Stadtteil, so wurde das Verständnis für soziale Determinanten von Gesundheit gestärkt und die Grundlage für eine nachhaltige Forschungs- und Beteiligungsstruktur im Stadtteil geschaffen.

Die partizipative Auswertung, Präsentation und Diskussion der Ergebnisse waren ein Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Ideen und Maßnahmen im Stadtteil, wie Workshops für emotional belastete Eltern, die Verbesserung der Verweisberatung zu Antidiskriminierungsstellen oder eine Blutdruckmessstation beim Stadtteilfest.

Das Projekt wurde gefördert durch:

Förderer 1
Förderer 2
Förderer 3
Förderer 4
Förderer 5
Förderer 6